Beeindruckende 3D-Animation zeigt Erdgeschichte auf Felsen

3D AnimatorEine neue Kunstinstallation zeigt mithilfe von 3D-Cloud-Daten die gesamte Erdgeschichte auf einem Bergrücken in Kappadokien (Türkei).

Die Geschichte der Menschheit wird als 3D-Animation auf die felsige Oberfläche des Zelve-Tals in Kappadokien, Türkei, projiziert. Die unter der Regie von Ferdi Alici gefilmte 3D-Animation wird nicht nur einen Profi-3D-Animator beeindrucken, sondern wohl jeden, der sie sieht in ihren Bann ziehen.

Mit einer Laufzeit von 10 Jahren soll es länger als jede andere Projektions-Installation in der Geschichte laufen. Die audiovisuelle Installation im Open Air Museum Zelve-Tal in Kappadokien zeigt alle Phasen der Kappadokien-Geschichte. Diese reicht von der geographischen Bildung und topographischen Transformationen zur Entstehung der Zivilisation und Religion.

Die 3D-Animationen, die von der Istanbul-basierte Animationsfirma Ouchhh kreiert wurden, werden auf Kappadokiens säulenartigen Felsformationen projiziert, die die Einheimischen „Feenkamine“ nennen. Neben den geographischen Formationen und topographischen Transformationen zeigen die 3D-Animationen Höhlenmalereien, frühe menschliche Behausungen und die Kontrolle der Menschheit über das Feuer in Kappadokien, einer Region, die für ihre christlich-monastischen Gemeinschaften bekannt ist…

Kappadokien

Geografische gesehen liegt die Region in Zentralanatolien (Türkei) auf einer Höhe von 1000 bis 1300 m und begeistert vor allem durch ihre spektakulären Felsformationen – Feenkamine und Erdpyramiden. In der Region findet man zwei Vulkane, die riesige Mengen sogenannter Tuffasche auf das Gebiet verteilt haben. Diese Asche hat sich im Laufe der Zeit zu Tuffstein, einem recht weichen Stein, verfestigt, aus dem sich leicht Höhlen, Treppen, Gänge, etc. graben lassen. Daher findet man hier auch spektakuläre unterirdische Städte, Kirchen und Klöster. De facto soll es hier über 200 Höhlenkirchen geben.

Die Städte waren teils bis zu 29 Geschosse tief und verfügten über ein ausgeklügeltes Belüftungssystem. Heute sind nur wenige dieser Höhlen touristisch erschlossen – die meisten sind unerforscht. Erst kürzlich haben türkische Archäologen das wohl größte Labyrinth-System der Welt entdeckt. Dabei soll es sich um eine etwa 65 Fußballfelder große unterirdische Stadt nahe der Stadt Neveshir (Kappadokien) handeln. Die unterirdische Stadt soll über ein weitverzweigtes Tunnelsystem verfügen und die Tunnel sollen teils bis zu 113 m tief sein.

Besonders beeindruckend ist diese Landschaft aus der Luft – deswegen werden dort regelmäßig Ballonfahrten angeboten, die einen atemberaubenden Blick auf die Landschaft erlauben.

Sandfarbene Tuffsteingebilde, grüne Pappeln, hin und wieder ein Weinacker – die Landschaft ist nicht nur aus der Luft zum Dahinschmelzen.

Anreise:

Die Fluggesellschaft Pegasus Airlines fliegt mit einem Zwischenstopp in Istanbul in rund 6 Stunden nach Antalya (an 160 CHF). Ab dort geht es entweder mit dem Mietwagen (550 km, rund 7 Stunden reine Fahrzeit) oder mit dem Flugzeug nach Kappadokien (Kayseri).

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