E-Book Preisabsprachen: Apple steht vor Gericht

Apple PreisabsprachenApple muss sich gemeinsam mit einigen US-Buchverlagen vor Gericht verantworten. Laut Anklage soll das Unternehmen die Preise für E-Books künstlich erhöht haben. Während sich die Verlage mit den Anklägern geeinigt haben, stellt sich Apple derzeit noch quer.

Bücher auf dem iPad: Hohe Preise aufgrund Preisabsprachen?

Das amerikanische Justizministerium wirft Apple und fünf weiteren US-Verlagen vor, digitale Bücher bei der Einführung des iPads zu erhöhten Preisen verkauft zu haben. Durch die künstlich in die Höhe getriebenen Preise haben Verbraucher Schaden genommen. Apple wehrt sich gegen diese Anschuldigungen.

Als im Jahr 2010 das iPad auf den Markt kam, war Amazon der Marktführer in Sachen E-Books und verkaufte damals seine Bestseller für das Kindle-Lesegerät für 9,99 US-Dollar – ein weitaus günstigerer Preis als für die gedruckte Version. Nun wurde bekannt, dass Amazon damals beim Einkauf der Titel den Verlagen pro E-Book einige Dollar mehr als den normalen Verkaufspreis zahlte. Die Verlage waren besorgt, dass die Leserschaft aufgrund der günstigen Amazon-Preise eine falsche Preisvorstellung erlangte. Als Apple mit dem iPad dann die Bühne betrat, sahen Verlage eine Chance und einigten sich mit dem Konzern auf ein Agentur-Modell, was der deutschen Buchpreisbindung ähnlich kommt. Bei dem Agentur-Modell bestimmen die Verlage den Preis und Apple erhielt eine Kommission von 30 Prozent. Dadurch verdienten die Verlage zwar pro Buch weniger als bei Amazon, hatten aber die Möglichkeit auf Preise, die auf lange Sicht gesehen, höher sind als bei Amazon. Kurz darauf wechselte auch Amazon auf das neue Modell.

Im Prozess gegen Apple benutzen die Ankläger auch teilweise des verstorbenen Steve Jobs, der sich anscheinend sicher gezeigt habe, dass Amazon sein Preismodell bald aufgeben müsse. Die Ankläger sehen in dieser Aussage ein Indiz für mögliche Preisabsprachen. Apple weist jedoch alle Anklagen zurück und besteht darauf, nichts Unrechtes getan zu haben.

Das US-Justizministerium ging schon im vergangenen Jahr gegen Buchverlage vor. US-Verbraucher sollen durch Preisabsprachen viel zu viel für elektronische Bücher gezahlt haben, wobei das US-Justizministerium von Millionen von Dollarn ausgeht. Apple-Chef Tim Cook sieht die Situation jedoch anders. Er meinte, Apple habe lediglich für mehr Wettbewerb gesorgt.

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